ich hab am wannsee rosen gepflückt
und weiss nicht wem ich sie schenken soll.
jakob van hoddis
[siehe auch: eine persönliche annäherung von julietta fix]
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das gefühl von wörtern im kopf
sie werden älter und wenn sie
noch zuhören können:
das ist leben. es geht weiter.
unablässig eine bestimmte
aufmerksamkeit. sie wird erwartet.
leben wird so gelebt,
eine natürliche sache
wie fragen und antworten
und sogar nicht hören,
verstehen sie? sie verstehen,
nicht zuzuhören und zu behalten,
was gesagt wird.
vielleicht eine kunst.
sie hören alles als gesumm,
sätze, zusammenhänge,
fortgang und handlung,
ohne auf anfang und ende
zu warten, nur das gefühl von wörtern
im kopf. mit diesem gefühl
wird im präsens gelebt,
mit immer anderen wörtern
wird unablässig erzählt.
karl krolow
[aus: gesammelte gedichte, band 3 – suhrkamp]
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seit ich hier bin
seit ich hier bin trage ich taschen
voller papiere, fahre ich fahrstuhl
telefoniere, trinke kaffee wie ein mann
mit terminen, liege ich schlaflos,
interpretiere, huste und reime, traurige
tiere, spende dem geiger in der passage
einen gedanken, was ist das leben,
wenn nicht ein geigen in den passagen,
was kann er tun und was soll ich sagen:
pflege kontakte und streue asche auf
deine akte. so ist das hier.
hans ulrich treichel
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-herzland- windmühle. hie und da diese augenblicke, die sich aus dem ungewissen in die welt manövrierten, - ich hatte dir flügel zugedacht, – eine fotografie mit landschaft, ohne titel; ich war über die strasse gegangen, stehen geblieben, dort am rand, neben dem mohn, dem gras. sitzen hier die stunden, als verlorene reisende einer zeit, die nicht existierte, nicht wirklich in diesem land? fragte ich, sie, die schon vorbeigegangen.
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