Die 6 größten Reisemythen über Afrika

Schaut man sich die gängigen Reiseziele und Urlaubsdestinationen an, dann findet man typischerweise Länder wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Karibik, Asien, Australien, Neuseeland, USA, oder Kanada.

Deutlich seltener wird der afrikanische Kontinent bereist und das liegt zu einem Teil vielleicht auch an den vielen Vorurteilen und Mythen, die man häufig damit in Verbindung bringt.

6 Reisemythen über Afrika aufgedeckt

Zugegebenermaßen war auch ich nicht frei davon, als ich zum ersten Mal an einen Trip nach Afrika nachgedacht habe. Es kamen spontan Gedanken auf wie: „Das ist doch bestimmt total gefährlich?“, „Was ist mit den vielen Krankheiten und Ebola?“, „Da muss ich mich doch vor wilden Tieren in Acht nehmen.“, usw.

Gedanken wie diese sind auch nicht weiter verwunderlich, wenn man sich die allgemeine Berichterstattung über diesen Kontinent anschaut: Korruption, Armut, Gewalt, Terrorismus, Krankheiten, Kriminalität, Krieg, …

Was bleibt, ist ein stark negativ geprägter Eindruck über einen Kontinent, das doch so viel mehr zu bieten hat.
Schauen wir uns mal ein paar der größten Reisemythen über Afrika ein wenig genauer an:

1. Afrika ist ein einziger großer Ort

Oftmals wird Afrika von außen sehr undifferenziert wahrgenommen, wenn man noch nicht selbst einmal dort gewesen ist. Man verfällt leicht der Annahme, es handele sich um ein Land, das überall in etwa gleich aussieht und indem entweder Dschungel oder wüstenähnliche Steppe vorherrscht.

Dabei lässt man aber außer Acht, dass dieser Kontinent aus über 50 unterschiedlichen Ländern besteht, eine enorme Fläche mit gewaltiger Ausdehnung in alle Himmelsrichtungen besitzt, Tausende an verschiedenen Kulturen beheimatet, und eine vielseitige Flora und Fauna hervorbringt. Außerdem werden in Afrika wohl mehr als 2.000 Sprachen gesprochen und die Landschaften unterscheiden sich mitunter extrem voneinander.

Die Landschaften Afrikas sind vielseitig und abwechslungsreich

Während man im Norden mit der Sahara auf die wohl größte Wüste unserer Erde trifft, muss man sich auf dem Kilimandscharo bitterer Kälte erwehren. Als Kontrast dazu findet man vor allem in den üppigen Flussdeltas eine Fülle an Leben, wie man es an kaum einem anderen Ort der Welt tut. Und allein auf der afrikanischen Insel Madagaskar wurden in den letzten beiden Jahrzehnten wohl mehr als 600 neue Spezies entdeckt.

2. Afrika ist gefährlich

Die Berichterstattung über die terroristischen Angriffe und Anschläge durch die extremistische Al-Shabab-Bewegung, den andauernden Konflikt mit Boko Haram in Nigeria, die politischen und sozialen Schwierigkeiten, Stabilität in Somalia herzustellen, den Bürgerkrieg im Südsudan, oder über die gesamte Kony 2012 Bewegung hat dem Image von Afrika als Ganzes stark geschadet.

Afrika - Heimat einer bunten Flora und Fauna

Zusammen mit Überbleibseln in unserem kulturellen Gedächtnis, welche uns die Schattenseiten von Blutdiamanten, den Genozid in Ruanda, und den Black Hawk Down Zwischenfall noch nicht vergessen haben lassen, nähren in uns ein Bild von Afrika, in dem hinter jeder Ecke Gefahr und Gewalt lauern.

Das sind mit Sicherheit schlimme Realitäten. Dennoch ist das Reisen durch Afrika als solches nicht zwingend gefährlich. Während man bestimmte Orte und Regionen meiden sollte, gibt es eine Vielzahl an sicheren Routen, Reiseziele und Gegenden, an denen man sich bedenkenlos der Schönen Seite des schwarzen Kontinents widmen kann.

Geht man beispielsweise von den Einschätzungen des Institute for Economics and Peace aus, dann sind die afrikanischen Länder Botswana, Namibia, Sambia, Madagaskar, Ghana, Sierra Leone, Tansania, und Malawi allesamt sicherer als beispielsweise die USA.

3. Nach Afrika reisen nur Volontäre und Safari-Touristen

Es ist wahr, dass Afrika so viele Freiwillige Helfer und Volontäre empfängt wie wohl kein anderer Kontinent. Aktuelle Zahlen beziffern die Zahl an Menschen, die in Afrika einen Freiwilligendienst absolvieren, etwa auf 2 Millionen pro Jahr.

Schaut man sich Bilder in Urlaubs- und Reiseprospekten an, dann sieht man überproportional viele Abbildungen von Menschen auf Safari.

Doch abgesehen von diesen beiden Gründen, Afrika einen Besuch abzustatten, gibt es noch viele mehr. Nur erhalten diese vielleicht nicht ganz so viel Aufmerksamkeit in Medien und Werbung.

So ist nur wenigen bekannt, dass sich dieser Kontinent auch hervorragend zum Backpacking und für Individualreisende eignet. Genauso wie in Asien oder Südamerika findet man also Touren, Routen und Strukturen, die das Reisen mit dem Rucksack relativ einfach und sicher gestalten.

Afrika für Backpacker und Individualreisende

Darüber hinaus gibt es auch sonst noch sehr viel zu tun und zu sehen: z.B. ein Besuch der Pyramiden von Gizeh, an den berühmten Stränden von Sansibar die Seele baumen lassen, für Outdoor-Enthusiasten und Bergsteiger bietet der Kilimandscharo eine spannende Herausforderung.

Die mystischen Städte Marrakesch und Timbuktu locken mit ihrem unverwechselbaren Charakter, in Mosambik gibt es traumhafte Spots für (Sport-)Taucher, und Adrenalin-Junkies sollten unbedingt mal über einen Bungee-Sprung an den Viktoriafällen nachdenken.

Auch Südafrika mit seinen Städten Kapstadt, Johannesburg, Port Elizabeth und Durban ist absolut eine Reise wert.

4. Reisen nach Afrika sind sehr teuer

Denkt man bei einem Afrika-Urlaub vielleicht an voll durchgeplante Pauschal- oder gar Individualangebote, bei denen jeder Aspekt im Vorfeld von einem Reisebüro durchgeplant wird, man vor Ort von einem persönlichen Reiseleiter rund um die Uhr betreut wird, in einem abgeschirmten Luxus-Resort untergebracht wird und darüber hinaus noch eigene Butler jeden Wunsch von den Lippen ablesen, dann sollte man in der Tat über eine prall gefüllte Reisekasse verfügen.

Aber wie Sie im vorherigen Punkt schon bemerkt haben, gibt es nicht nur diese eine Form der Urlaubsplanung für Afrika.

Safaris und Wildflife in Afrika

Tatsächlich kann das Reisen auf dem schwarzen Kontinent sehr günstig sein. Buchen Sie die Angebote erst direkt vor Ort, dann werden Sie schnell feststellen, wie preiswert es sein kann, von A nach B zu kommen, ein Auto oder eine Tour zu mieten, oder an gute und günstige Unterbringungsmöglichkeiten zu kommen. Preise für ein Zimmer findet man ab etwa 10 Euro pro Nacht. Private Bungalows mietet man in Südafrika, Namibia oder Marokko für nur 15-20 Euro pro Nacht.

Bucht man eine Safari direkt vor Ort, dann ist man oft schon für etwa 75 Euro pro Tag dabei (inklusive Verpflegung, Übernachtung und Aktivitäten). Autos mieten kann man für etwa 20-25 Euro pro Tag
.
Sie sehen, dass man Afrika also verhältnismaßig günstig und preiswert bereisen kann, wenn man selbst eine wenig die Planungshoheit übernimmt.

Möchten Sie es aber trotzdem ein wenig komfortabler, spielt das Thema Sicherheit für Sie eine große Rolle, oder aber haben Sie einfach nicht die Zeit, sich intensiv selbst auf eine solche Reise vorzubereiten, dann sollten Sie auf einen verlässlichen Partner in der Reiseplanung und -durchführung setzen.

Das Expertenteam von TerraVista ist ein solcher Ansprechpartner und überzeugt durch seine Kompetenz und Erfahrung bei Privatreisen, Selbstfahrerreisen und Kleingruppenreisen in das südliche und östliche Afrika.

TerraVista Erlebnisreisen für Selbstfahrer und Kleingruppen

Die Spezialisten und Reiseberater von TerraVista helfen Ihnen neben der Reiseplanung auch bei der Beantwortung vieler wichtiger Fragen rund um Ihre geplante Reise:

  • Was gibt es alles zu beachten?
  • Wohin soll meine Reise gehen?
  • Was erwartet mich während meiner Reise?
  • Ist Afrika ein sicheres Reiseziel?
  • Wo finde ich die besten Rundreisen, Touren, Safaris und Mietwagenangebote?
  • Welche Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten gibt es?
  • Bekomme ich wilde Tiere zu Gesicht?

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5. Afrika ist voller Krankheiten

Die große Ebola-Epidemie vor ein paar Jahren ist noch in unser aller Köpfe und macht sich dann auch bemerkbar, wenn es um eine Reise nach Südafrika, Madagaskar oder Namibia geht.

In diesen Ländern Afrikas muss man natürlich keine Angst vor dieser Krankheit haben, denn genau genommen trennten uns in Deutschland weniger Kilometer von der Epidemie als die Menschen in den südlichen Teilen des Kontinents.

Aber gedanklich neigen wir hier wohl sehr zum Schubladendenken und zu einer starken Vereinfachung, die unser Bild verzerrt. Dazu kommt, dass die Geografie-Kenntnisse von vielen Leuten hinsichtlich dieses Kontinents eher mangelhaft sind.

Hier hilft es, sich ein wenig intensiver und differenzierter auseinanderzusetzen. Je mehr man über eine Sache in Erfahrung bringt, umso eher verschwinden (oft unbegründete) Ängste, Zweifel und Sorgen. Das trifft auch hier zu.

Malaria ist ein weiteres großes Thema, dass uns schnell vom Gedanken abbringen lassen kann, Afrika zu bereisen. Hierzu ist positiv zu vermerken, dass es eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gibt, die Verbreitung von Malaria massiv einzuschränken. In einigen Gebieten gelang es sogar, die Krankheit komplett auszumerzen.

Während die Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig ist und auch ein Beratungsgespräch mit einem Arzt vor Antritt einer Reise dringend anzuraten ist, beruhigen die Statistiken. Demnach sind die gemeldeten Fälle von Malaria-Erkrankungen von 2000 bis 2015 um 88% zurückgegangen. Die Sterblichkeit wurde gleichzeitig um 60% verringert. Diese Entwicklung ist vor allem dem Einsatz von Insektiziden, Moskitonetzen und anderen Verfahren zur Eindämmung zu verdanken.

Trotz allem kann eine Malaria-Prophylaxe in manchen Fällen Sinn machen. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem Arzt oder einem Tropeninstitut.

6. Afrika ist schmutzig und unterentwickelt

Es mag den einen oder anderen stark verwundern, der zum ersten Mal durch Ruanda reist: die allermeisten Straßen sind gepflegt, sauber und fast frei von Unrat und Müll. Die Hauptstadt Kigali beeindruckt mit ausgedehnten Anwesen und großen Häusern.

Afrika - Viel mehr als nur Krankheiten, Krieg und Armut

Schaut man auf die Statistiken, dann gelang es Ruanda, mehr als eine Million Menschen aus der Armut zu befreien und Frieden sicherzustellen. Im gleichen Zuge wurden mehr Frauen der Zugang in die Politik ermöglicht als in jedem anderen Land dieser Erde (ca. 64% der Parlamentsmitglieder sind weiblich).

Ruanda ist nur eines von vielen afrikanischen Ländern, die sich sehr gut entwickelt haben (z.B. auch Botswana, oder die Elfenbeinküste mit ihrem starken wirtschaftlichen Wachstum seit den 60er-Jahren)

Während man sich hier in Deutschland in vielen ländlichen Gegenden noch über fehlendes Handynetz und schlechten Empfang beschwert, haben die Menschen in Tansania oder sogar in der Serengeti-Wüste perfekten 3G-Empfang. Kein Wunder, dass die Verbreitung von Handys und Smartphones in Afrika durch die Decke gegangen ist und eine Revolution in der Kommunikation mit sich gebracht hat.

Auch viele Straßen – allen voran in Ländern wie Tansania, Sambia oder Südafrika – sind in einem hervorragenden Zustand. Selbstverständlich gibt es immer noch eine Menge an ungeteerten Wegen und holprigen Pisten, aber deren Anteil schrumpft stetig weiter.

Es bleibt traurige Tatsache, dass es noch unzählige Entwicklungsprobleme auf diesem Teil der Erde gibt. Dennoch sollte man sich dadurch nicht verleiten lassen, dass man Afrika pauschal für ein unterentwickeltes und schmutziges Land hält. Das ist definitiv nicht der Fall und es gibt genügend Regionen und Orte, die Sie eines Besseren belehren werden. Wenn Sie ihnen eine Chance geben.

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