Zigaretten: So wurde der Tabakkonsum zum Massenphänomen

Bis in die frühe Neuzeit war in Europa der Tabakkonsum noch völlig unbekannt. Ursprünglich wuchs die Tabakpflanze auf dem amerikanischen Kontinent. Die dort ansässige indianische Urbevölkerung nutze den Tabak bereits früh im Sinne der kultischen-spirituellen Tradition.

Heutzutage ist der Tabakkonsum zu einem wahren Massenphänomen geworden. Die Menschen können beispielsweise bei Tabakguru: Zigaretten, Tabak, Rauchzubehör, E-Zigaretten und mehr online kaufen. Doch wie hat sich der Tabakkonsum von der Moderne bis heute eigentlich entwickelt?

Pfeifen für die Unterschicht, Zigarren und Zigaretten für die Oberschicht

Zigaretten: So wurde der Tabakkonsum zum Massenphänomen

In den städtischen Unterschichten, der Bauern- und der Arbeitergemeinde wurde das Rauchen von Tabak mit der Pfeife bis zum Ende des Vormärzes praktiziert. Zu dieser Zeit war das Rauchen neben dem Konsum von Branntwein das einzige Genussmittel, dass für diese Bevölkerungsschichten erschwinglich war. Einer zunehmenden Beliebtheit in der Oberschicht erfreute sich dagegen die Zigarre.

Bereits im 18. Jahrhundert wurde die Zigarette, die im modernen Raucherleben schon bald eine große Rolle spielen sollte, in Spanien und Lateinamerika genutzt. Doch erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts fand sie ihren. Weg in den deutschsprachigen Raum.

Die Unterschicht, Bauern und Arbeiter konnten sich die Zigarette allerdings erst gegen Ende des Jahrhunderts leisten. Damit war sie bis dahin ein Produkt, dass sich ausschließlich die städtische Oberschicht leisten konnten.

Durch die maschinelle Hochleistungsproduktion, die ihren Ursprung in den USA hatte, wurden Zigaretten am Ende des 19. Jahrhunderts auch in Europa immer beliebter. Pro Tag konnten so bereits rund 100.000 Zigaretten produziert werden.

Die Produktion wurde durch die Zigarettenindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann endgültig perfektioniert, sodass pro Stunde 17.000 Zigaretten gefertigt werden konnten. Als günstigere Alternative konnten die Konsumenten auch dazu übergehen, das Drehen ihrer Zigarette selbst zu übernehmen. Diese Methode erfreute sich besonders bei den Industriearbeitern einer großen Beliebtheit.

Die Zigarette gewinnt in schnelllebigen Zeiten

An den Anfängen der Weimarer Republik war das Rauchen von Tabak in der Pfeife noch wesentlich beliebter, als das Rauchen von Zigaretten. Der Verbrauchsanteil der Tabake in Form von Zigaretten stieg dann ab dem Jahr 1936 allerdings auf 35,5 Prozent. Der Marktanteil des Pfeifentabaks kam dabei nur noch auf lediglich 25 Prozent.

Die Zigarette konnte in der Weimarer Republik damit große Erfolge für sich verbuchen. Dies zeigte sich auch in den absoluten Zahlen: Im Jahr 1920 verbrauchten die Einwohner im Durschnitt circa 319 Zigaretten. Im Jahr 1936 stieg diese Zahl bereits auf 527 an.

Doch warum breiteten sich die Zigaretten in den Zeiten der Moderne so rasant aus? Einer der Gründe dafür ist, dass das schnelle Rauchtempo, das mit dem Zigarettenkonsum einher geht, besser zu dem zunehmenden Tempo von Reisen, Essen und Arbeit in der Moderne passten.

Mit den neuen Arbeitsbedingungen war die Zigarette damit optimal in Einklang zu bringen. Schließlich brauchte es für das Rauchen der Pfeife eine wesentlich längere Vorbereitung der Rauchutensilien und auch das Rauchen an sich nahm mehr Zeit in Anspruch.

Dies war die Grundlage dafür, dass sich in der Moderne die Zigarette letztendlich durchgesetzt hat. Schnelllebige Verbrauchsgewohnheiten und der niedrige Preis, der durch die Massenproduktion möglich war, machten die Zigaretten somit zum beliebtesten Tabakprodukt.

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